by Sylvia Wüllner | Feb. 11, 2018 | Berichte
Wir freuen uns, dass die Versöhnungskirche in Dachau bis zum 22. April 2018 eine Ausstellung des Max Mannheimer Studienzentrums zeigt, die gemeinsam mit dem israelischen Fotokünstler Ilan Wolff zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau entstanden ist und 2015 bereits im Max Mannheimer Haus zu sehen war. Ilan Wolff arbeitet seit vielen Jahren mit der Lochkameratechnik und leitet Workshops mit Schulen in ganz Deutschland. Im Sommer 2016 war er zuletzt in Dachau und hat im Max Mannheimer Haus gemeinsam mit einem P-Seminar des Josef-Effner-Gymnasiums das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers fotografiert.


In der jetzt zum zweiten Mal gezeigten Ausstellung sind vor allem Fotos zu sehen, die auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau am Tag vor der Befreiungsfeier und während der eigentlichen Gedenkfeierlichkeiten, auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitskommandos „Kräutergarten“ sowie in der Straße der KZ-Opfer mit Perspektive auf das ehemalige SS-Gelände entstanden. Weiterhin wurden Überlebende aus Russland, der Ukraine und Belarus porträtiert, die sich auf Einladung des Internationalen Fördervereins für Jugendbegegnung und Gedenkstättenpädagogik im Jugendgästehaus Dachau aufhielten sowie Zeitzeugen, die an den Befreiungsfeierlichkeiten teilnahmen. In einem Seminarraum des Jugendgästehauses, der zur Dunkelkammer umfunktioniert worden war, hat die Gruppe die Negative selbst entwickelt und Positivabzüge erstellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten ihre Kriterien für die Motivauswahl, interpretierten die Fotoaufnahmen und verknüpften die künstlerische Auseinandersetzung mit der inhaltlichen Diskussion.

Weitere Informationen zur Ausstellung
by Sylvia Wüllner | Feb. 8, 2018 | Pressespiegel
In den letzten Monaten sind wieder einige Berichte erschienen, die sich mit den Angeboten des Max Mannheimer Studienzentrums oder Veranstaltungen im Max Mannheimer Haus auseinandersetzen und auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten.
- Katharina Ruhland sprach im letzten Mai über die Arbeit mit Biografien im Max Mannheimer Studienzentrum: Tagungsbericht zur 31. Archivpädagogenkonferenz, 2017
- Bericht über das Dachauer Symposium 2017: Am Ende steht ein Fragezeichen. Geschichte von gestern für Deutsche von morgen (SZ, 16.10.2017)
- Bericht über den baulichen Zustand des Max Mannheimer Hauses: Vermurkstes Vermögen. Max-Mannheimer-Haus in Dachau (Merkur, 24.11.2017)
- Schüler_innen der Bertolt-Brecht-Schule Darmstadt berichten über den Studientag in Dachau: Bericht über eine Studienfahrt nach Dachau (Gegen Vergessen- Für Demokratie 94/2017, S. 29-30)
- Bericht zur Zukunft der Internationalen Jugendbegegnung im Max Mannheimer Haus: Ja zur Jugendbegegnung (SZ, 06.12.2017)
- Rezension zum Tagungsband des Dachauer Symposiums zur Zeitgeschichte 2014: Kosmala, Beate, Rezension von »… Zeugnis ablegen bis zum letzten« (Sehepunkte 1/2018)
- Mehrere Blogartikel zur Jugendbegegnung des Deutschen Bundestags, die 2018 in Kooperation mit dem Max Mannheimer Studienzentrum stattfand: Lauras Blog (mitmischen.de, Januar/Februar 2018)
- Steffen Jost hat im Deutschlandfunk über „Pflichtbesuche“ an KZ-Gedenkstätten gesprochen: Nur mit motivierten Klassen KZ-Gedenkstätten besuchen (DLF, Campus & Karriere, 25.01.2018)
by Sylvia Wüllner | Feb. 1, 2018
Die Versöhnungskirche in Dachau zeigt bis zum 22. April 2018 eine Ausstellung des Max Mannheimer Studienzentrums, die gemeinsam mit dem israelischen Fotokünstler Ilan Wolff zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau entstanden ist und 2015 bereits im Max Mannheimer Haus zu sehen war.
70 Jahre nach der Befreiung sind aus den Orten der ehemaligen Lager Gedenkstätten geworden, in denen Geschichte in Ausstellungen und auf dem Gelände inszeniert und präsentiert wird. In dieser Gegenwart Ort und Ereignis des 70. Jahrestages zur Befreiung des Konzentrationslagers Dachau einzufangen und dabei auf eine fotografische Technik zurückzugreifen, die schon fast 200 Jahre alt und heute „outdated“ ist, war Ziel des Workshops „Camera Obscura“, den der israelische Fotokünstler Ilan Wolff von 2. bis 4. Mai 2015 im Max Mannheimer Studienzentrum durchführte.
15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Schülerinnen des Josef-Effner-Gymnasiums Dachau, Studierende verschiedener Fachrichtungen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Umfeld der KZ-Gedenkstätte, bildende Künstler und eine Journalistin aus Deutschland, Österreich, Spanien und Rumänien setzten sich in Diskussionen gemeinsam mit aktuellen Themen der Erinnerungskultur und des Gedenkens auseinander. Ilan Wolff führte die Gruppe in das Arbeiten mit analoger Fototechnik ein und leitete die Anfertigung von Lochkameras an: schwarz ausgemalte Blechdosen wurden mit Fotopapier ausgelegt und mit einem winzigen Loch versehen, das mit einem lichtundurchlässigen Klebeband bis zum Moment der Aufnahme abgedichtet wurde. So mussten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine Art des Fotografierens einlassen, die eine sehr bewusste Beschäftigung mit dem zu fotografierenden Ort oder Objekt einfordert. Jede Dose kann für eine Aufnahme nur einmal verwendet werden und muss danach in der Dunkelkammer neu präpariert werden.
Die in der Ausstellung zu sehenden Fotografien entstanden auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau am Tag vor der Befreiungsfeier und während der eigentlichen Gedenkfeierlichkeiten, am Mahnmal für die Todesmärsche des KZ-Dachau, in der Gedenkstätte „ehemaliger Schießplatz der SS“ in Hebertshausen, auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitskommandos „Kräutergarten“ sowie in der Straße der KZ-Opfer mit Perspektive auf das ehemalige SS-Gelände. Weiterhin wurden Überlebende aus Russland, der Ukraine und Belarus porträtiert, die sich auf Einladung des Internationalen Fördervereins für Jugendbegegnung und Gedenkstättenpädagogik im Jugendgästehaus Dachau aufhielten sowie Zeitzeugen, die an den Befreiungsfeierlichkeiten teilnahmen. In einem Seminarraum des Jugendgästehauses, der zur Dunkelkammer umfunktioniert worden war, hat die Gruppe die Negative selbst entwickelt und Positivabzüge erstellt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten ihre Kriterien für die Motivauswahl, interpretierten die Fotoaufnahmen und verknüpften die künstlerische Auseinandersetzung mit der inhaltlichen Diskussion.
Alfred Ullrich, Dachauer Künstler und Workshopteilnehmer, kuratierte die Ausstellung „Camera Obscura“ mit Unterstützung von Ilan Wolff, Margaritha Löffler (Praktikantin im Max Mannheimer Studienzentrum von Mai bis Anfang Juni 2015), Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Max Mannheimer Studienzentrum, Daniel Rusnjak vom Jugendgästehaus Dachau sowie der Künstlerin Anne-Kathrin Norrmann.
by Sylvia Wüllner | Jan. 10, 2018
Mit 17 aus der Ukraine ins KZ Dachau – Zeitzeugengespräch zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Volodymyr Iwanowitsch Dshelali wurde 1925 in der Ukraine geboren. Er hat gerade sein 8. Schuljahr beendet, als 1941 der deutsche Überfall auf die Sowjetunion und die Besetzung seiner Heimat sein Leben verändert. Zusammen mit Freunden beteiligt er sich am Widerstand. Sie verbreiteten Flugblätter und bereiten Sabotageakte vor. 1942 wird er zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch kommt er im Juli 1942 ins KZ Dachau, wo er sich am Schmuggel von Paketen ins Lager beteiligt. Später gelingt ihm die Flucht aus einem Außenlager und er wird bis Kriegsende von einem Bauern versteckt. Im Frühjahr 1945 kehrt er zurück in die Ukraine, studiert und arbeitet 45 Jahre als Musiklehrer. Er schreibt Gedichte, auch über seine Erfahrungen im KZ. Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau
by Sylvia Wüllner | Dez. 11, 2017 | Berichte, Neuigkeiten
Von 29. bis 30. November 2017 haben Mitarbeiter_innen des MMSZ beim Workshop „Impulse des International Tracing Service (ITS) für den Einsatz von KZ-Dokumenten in der Gedenkstättenpädagogik“ die Ergebnisse und Erfahrungen des Pilotprojektes „Document Go“ vorgestellt, das ITS und MMSZ von Sommer 2016 bis Herbst 2017 gemeinsam durchgeführt haben. Im Kern geht es um eine Vielzahl von Schriftstücken, die während der NS-Zeit in der Verwaltung nationalsozialistischer Konzentrationslager entstanden sind und wie diese als historische Quellen in der pädagogischen Arbeit an Gedenkstätten, Bildungseinrichtungen und Schulen – idealerweise in Vernetzung – eingesetzt werden können. Leitend war hierbei die Idee, ITS-Dokumente mit regionalgeschichtlichen Bezügen Gruppen, die KZ-Gedenkstätten besuchen wollen, zur Vorbereitung – etwa im Geschichtsunterricht in der Schule – zur Verfügung zu stellen. Hierbei ergaben sich jedoch verschiedene Fragen in Bezug auf notwendige Voraussetzungen für die Lesbarkeit der Dokumente und ihre jeweilige Kontextualisierung wie auch zu den strukturellen Rahmenbedingungen wie etwa der Verfügbarkeit von Zeit. Dass die Teilnehmenden des Workshops Repräsentant_innen verschiedener Einrichtungen und interdisziplinärer Arbeitsfelder waren, die alle unterschiedliche Expertisen auf dem Feld des biografischen Arbeitens haben, bereicherte die Diskussionen ungemein und wirkte sich konstruktiv auf die Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte aus.

Im Rahmen des Workshops stellte der ITS zudem die Entwicklung seines neuen eGuide vor. Dieses Instrument wird voraussichtlich 2018 online auf der Internetseite des ITS Arolsen bereitgestellt und bietet zahlreiche Informationen zu den verschiedenen Dokumentkategorien an, die im Archiv des ITS gesammelt sind. Als solches ist der eGuide eine wertvolle Unterstützung für alle, die ITS-Dokumenten lesen und verstehen wollen.
by Sylvia Wüllner | Okt. 17, 2017 | Berichte
Seit einigen Jahren besteht eine aktive Kooperation des Max Mannheimer Studienzentrums mit dem Niederländischen Dachau-Komitee. Im Komitee sind Angehörige der zweiten und dritten Generation von NS-Opfern und Widerstandskämpfer_innen, die während der deutschen Besatzung aus den Niederlanden ins KZ Dachau verschleppt wurden, organisiert. Die Gruppe ist auch Teil des Internationalen Dachau-Komitees (CID), das 1955 von ehemaligen Häftlingen des KZ aus verschiedenen europäischen Ländern gegründet wurde. Das CID ist bemüht, die Geschichte des KZ Dachau an junge Menschen weiterzugeben, im Rahmen dessen unterstützen die Ländergruppen organisatorisch und finanziell Studienprogramme von Schüler_innen im Max Mannheimer Studienzentrum. Durch Vermittlung des niederländischen Komitees besuchen Gruppen von Jugendlichen aus Den Haag, Weesp und Amersfoort jährlich das Studienzentrum, um sich vor Ort mit der Lagergeschichte auseinanderzusetzen.
Vor dem Hintergrund dieser Zusammenarbeit und auf Einladung des Niederländischen Dachau-Komitees reisten die pädagogischen Mitarbeiter_innen des Studienzentrums Anfang Oktober diesen Jahres in die Niederlande. Im Fokus der Reise standen sowohl die Fortbildung zur Geschichte der Niederlande im Zweiten Weltkrieg sowie der Umgang mit der Zeit der deutschen Besatzung seit 1945 beim Besuch verschiedener Gedenkorte und Museen als auch die Vertiefung der Kontakte zum Niederländischen Dachau-Komitee und zu interessierten Schulen. Wir wurden sehr herzlich von den Mitgliedern des Komitees empfangen und drei Tage lang umfassend betreut, was die Reise nicht nur zu einer äußerst interessanten und lehrreichen, sondern auch sehr schönen Erfahrung werden ließ.
Am ersten Tag in Den Haag besuchten wir verschiedene Orte, die an den brutalen Terror der deutschen Besatzung gegen Widerstandskämpfer_innen erinnern. Dazu gehört vor allem das von den NS-Gegner_innen als „Oranje Hotel“ bezeichnete Gefängnis, in dem Menschen bei „Verhören“ gefoltert wurden und das häufig die erste Station eines langen Leidenswegs durch verschiedene Lager war. In der Dünenlandschaft gegenüber des Gefängnisses wurden viele Widerstandskämpfer_innen von den deutschen Verfolgern erschossen – für die Angehörigen der Opfer wurde dieser Ort nach 1945 zu einem zentralen Gedenkort.
Am Nachmittag und Abend standen populärkulturelle Umgangsweisen mit der Geschichte im Vordergrund: Der Freizeitpark Madurodam wurde von den Eltern des jungen Widerstandskämpfers George Maduro, der Anfang 1945 im KZ Dachau gestorben ist, zu seinem Andenken gestiftet. In der Nähe von Den Haag wird seit sieben Jahren vor vollbesetzten Zuschauerrängen allabendlich das aufwendig inszenierte Musical „Der Soldat von Oranje“ gezeigt.
In Amsterdam am zweiten Tag stand zunächst die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung der Niederlande im Vordergrund. Thematisiert wird diese an verschiedenen historischen Stätten, die heute zu Gedenkorten und Museen umgestaltet sind: die Hollandsche Schouwburg, ein ehemaliges Theater, das die deutschen Besatzer zum Sammelplatz für die Deportation der Amsterdamer Juden umfunktionierten sowie das gegenüberliegende Holocaust-Museum; das Anne-Frank-Haus im ehemaligen Bürohaus und Versteck der deutsch-jüdischen Familie Frank, die 1944 verraten und deportiert wurde – nur der Vater Otto Frank überlebte.
Aus pädagogischer Perspektive sehr interessant war der Nachmittag im Widerstandsmuseum in Amsterdam. Eine Mitarbeiterin des Bildungsbereichs stellte uns den für Kinder gestalteten Teil des Museum vor sowie die für ab etwa 10Jährigen angebotenen Programme. Bei diesen beschäftigen sich die Teilnehmenden mit vier Biografien von Menschen, die als Kinder die deutsche Besatzung unterschiedlich erlebten: unter anderem ein Mädchen, das sich aufgrund der antisemitischen Verfolgung mit ihrer Mutter verstecken musste und die Deportation nach Auschwitz überlebte; der Sohn eines Pastors, der Verstecke für Juden und Jüdinnen sowie Widerstandskämpfer_innen organisierte oder die Tochter von Anhänger_innen der niederländischen nationalsozialistischen Partei NSB.
Ebenso war der Besuch der Gedenkstätte Camp Vught auf dem Gelände des ehemaligen KZ Herzogenbusch am dritten Tag aus pädagogischer Perspektive besonders spannend, weil die Referentin uns neben der Geschichte des Lagers viele Beispiele aus der Arbeit mit Gruppen vorstellte. In einer vom Komitee organisierten Veranstaltung in der Gedenkstätte Amersfoort am Nachmittag waren Lehrer_innen und weitere Interessierte eingeladen, sich über die Organisation von und die Angebote des Max Mannheimer Studienzentrums für Bildungsfahrten nach Dachau zu informieren. Dabei hatten wir nicht nur ein Forum, unsere Arbeit vorzustellen, sondern durch die Erfahrungsberichte von Schüler_innen, die bereits an Studientagen in Dachau teilgenommen hatten, bekamen wir sehr anregende Rückmeldungen zu unseren Programmen.
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Das Dachau-Monument des Künstlers Niek Kemps wurde 1996 von Mitgliedern des niederländischen Dachau-Komitees in Amstelveen/Amsterdam errichtet. Es erinnert an die während der deutschen Besatzung in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportierten Menschen.
by Sylvia Wüllner | Okt. 4, 2017
Am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Auch fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust.
In diesem Jahr kommt Ivan Ivanji (88) aus Belgrad als Ehrengast und Zeitzeuge zur Gedenkveranstaltung. Er wuchs dreisprachig mit Serbisch, Ungarisch und Deutsch im multiethnischen Banat auf. Als jüdischer Jugendlicher überlebte er die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald und wurde später Journalist, Titos Dolmetscher, Diplomat und Schriftsteller. Viele Werke des überzeugten Jugoslawen haben autobiographische Bezüge, zuletzt „Mein schönes Leben in der Hölle“ (2014) und „Schlussstrich“ (2017). Die musikalische Gestaltung des Abends übernimmt das Jugendsinfonieorchester Dachau unter Leitung von Gudrun Huber mit Werken von Josip Slavenski, John Williams und Joseph Haydn. Veranstaltet vom Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau
by Sylvia Wüllner | Sep. 28, 2017 | Neuigkeiten, Projekt Diversität
Die Auswahl zum aktuellen Kurs ist abgeschlossen. Wenn es einen neuen Ausbildungskurs gibt, werden wir diesen auf unserer Seite sowie auf der Seite der KZ-Gedenkstätte Dachau ankündigen.
Ab November 2017 bilden wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern im Projekt „Diversität, Erinnerung, Geschichte“ 20 Personen zu neuen Rundgangsleiter:innen für die KZ-Gedenkstätte Dachau aus. Der Kurs hat das Ziel, die Diversität derer zu erhöhen, die in Dachau die Geschichte des Ortes vermitteln und wir laden deshalb alle Interessierten herzlich ein, sich für die Teilnahme zu bewerben: z. B. Sinti:ze und Rom:nja, Menschen mit und ohne Migrationsbiografie, mit und ohne Fluchterfahrung, mit und ohne Behinderungen, mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen und unterschiedlichen Alters oder solchen, die sich einzelnen Verfolgtengruppen besonders nahe fühlen. Ziel ist es, die vielfältigen Erfahrungen, die Menschen in dieser Gesellschaft machen, in die Ausbildung zu integrieren, damit die Erinnerung an den Nationalsozialismus aus möglichst vielen unterschiedlichen Perspektiven weitergegeben werden kann.
Anforderungen
- Sie interessieren sich für Zeitgeschichte und Politik?
- Sie haben Interesse, sich mit historischen und aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung zu beschäftigen?
- Sie sind bereit, an ihren eigenen Haltungen und Meinungen zu arbeiten?
- Sie können sich vorstellen einen eigenen Rundgang zur Geschichte des KZ-Dachau zu entwickeln?
- Sie sind bereit die Kurstermine selbstständig vor- und nachzubereiten?
- Sie haben Spaß daran, mit unterschiedlichen Gruppen zu arbeiten?
- Sie möchten an einem internationalen Gedenk- und Bildungsort arbeiten?
Wir bieten
- Die Qualifizierung zur Rundgangsleiter:in an der KZ-Gedenkstätte Dachau (Zertifikatvergabe nach erfolgreich absolvierter Abschlussprüfung)
- Die Möglichkeit, dass eigene Wissen zur Geschichte des Nationalsozialismus und anderen Kursthemen zu vertiefen
- Bei erfolgreichem Abschluss besteht die Möglichkeit, für die KZ-Gedenkstätte und ihre Kooperationspartner Rundgänge oder Seminare auf Honorarbasis durchzuführen
- Die Aufnahme in den Kreis der Referent:innen und die Möglichkeit Fortbildungen, Exkursionen etc. wahrnehmen zu können
- Eine Aufwandsentschädigung zur Deckung von Kosten für Fahrten und Material
- Eine respektvolle und offene Kursatmosphäre mit engagierten Leiter:innen
Wichtiges in Kürze
Kurssprache: Die Kurssprache ist Deutsch, aber wir suchen explizit Personen, die in mehreren Sprachen Rundgänge entwickeln und anbieten wollen.
Kursort: Dachau
Verbindliches Startwochenende: 11./12.11., Ganztags
Weitere verbindliche Kurstermine: 9 bis 11 Abendtermine unter der Woche und 1 bis 2 Wochenenden (Samstag/Sonntag). Dazu kommen mehrere Hospitationstermine bei erfahrenen Rundgangsleiter:innen und eine Abschlussprüfung.
Zeitraum: November 2017 bis Mai 2018
Die Auswahl zum aktuellen Kurs ist abgeschlossen. Wenn es einen neuen Ausbildungskurs gibt, werden wir diesen auf unserer Seite sowie auf der Seite der KZ-Gedenkstätte Dachau ankündigen.
Flyer zum Herunterladen und Verteilen
Ein Projekt der KZ-Gedenkstätte Dachau, des Dachauer Forums, des Netzwerks Rassismus- und diskriminierungsfreies Bayern sowie des Max Mannheimer Studienzentrums. Das Projekt wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)“ gefördert.
by Sylvia Wüllner | Sep. 25, 2017 | Berichte
Anlässlich seines 1. Todestages erinnerte die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag an Max Mannheimer. Der Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher begrüßte die mehr als 150 Gäste, darunter Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten sowie zahlreiche Angehörige der Familie von Max Mannheimer. Anschließend erinnerten seine politischen Weggefährten Natascha Kohnen und Prof. Dr. Peter-Paul Gantzner an das SPD-Ehrenmitglied Max Mannheimer und erzählten von persönlichen Begegnungen und Erlebnissen. Die Erwähnung von Max Mannheimers legendärem Auto der Marke Tatra durfte dabei nicht fehlen! Moderiert von der BR-Journalistin Heidi Wolf führten Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau, Nina Ritz, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums und Dr. Axel Drecoll, Leiter der Dokumentation Obersalzberg, ein Podiumsgespräch über die Bedeutung der Erinnerungsarbeit vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen. Der Vorsitzende des Europaauschusses Georg Rosenthal würdigte abschließend die Lebensleistung Max Mannheimers und nahm ihn auch als Künstler in den Fokus. Musikalisch umrahmt von „Blumes kleinem Orchester“ gelang eine würdige und ansprechende Veranstaltung, die das Vermächtnis von Max Mannheimer als positiven Auftrag weitertrug.

by Sylvia Wüllner | Sep. 25, 2017 | Pressespiegel
In den letzten Monaten sind wieder einige Berichte erschienen, die sich mit den Angeboten des Max Mannheimer Studienzentrums oder Veranstaltungen im Max Mannheimer Haus auseinandersetzen und auf die wir Sie gerne aufmerksam machen möchten.
- Bericht zum TweetUp in der KZ-Gedenkstätte Dachau: „KZ“ und dann noch 138 Zeichen. Erinnerung an Nazi-Verbrechen (SZ, 27.08.2017)
- Berichte zur Internationalen Jugendbegegnung, die 2017 zum 35. Mal stattfand: Zeitzeugen erzählen, Jugendliche diskutieren (SZ, 27.07.17); Traurige, aber wahre Geschichten (SZ, 06.08.2017)
- Artikel über die Zusammenarbeit mit Darmstädter Schüler_innen im Rahmen unseres Projekts documentGo: Forschendes Lernen im Archiv (HLZ. Zeitschrift der GEW Hessen, 7/8 2017, S. 21)
- Ankündigung des Dachauer Symposiums zur Zeitgeschichte: Geschichte für die Deutschen von morgen (SZ, 08.09.2017)
- Gesprächsrunde in Gedenken an Max Mannheimer mit der Leiterin des Studienzentrums, Nina Ritz: In Memoriam Max Mannheimer (alpha-Forum extra, 22.09.2017)