Lesung: Elser in Deutschland

Buchvorstellung und Diskussion mit Matheus Hagedorny

Vom Feind der Volksgemeinschaft zum deutschen Helden in 80 Jahren: Georg Elser (1903-1945) wollte Adolf Hitler 1939 mit einer Bombe töten und scheiterte nur knapp. Bis zum Ende der Bonner Republik stand der proletarische Widerstandskämpfer aus dem schwäbischen Königsbronn im Schatten der Putschisten des 20. Juli 1944 um Oberst Stauffenberg. Inzwischen scheint sich das Verhältnis umzukehren. Im Land erinnern mehr Denkmäler an Elser als an Stauffenberg. In der Rezeptionsgeschichte des Bürgerbräu-Attentats zeigen sich zugleich die Leerstellen und Abgründe der deutschen „Aufarbeitung der Vergangenheit“.

 Der Vortrag konzentriert sich auf den ideologischen Zusammenhang, in dem die Motive zur Tötung Hitlers reiften, und die daraus resultierenden Nachwirkungen auf die Wahrnehmung des Attentats während und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Er wird der Frage nachgehen, was das Andenken an den christlich und kommunistisch geprägten Attentäter in Deutschland über Jahrzehnte blockierte. Dies führt zu der Frage, ob der einsame Widerstandskämpfer heute einen Platz in der Traditionsbildung der Bundesrepublik finden kann.

Matheus Hagedorny studierte Philosophie, Neuere Geschichte und Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bonn. Er war Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin. Derzeit forscht er an der Universität Potsdam zu Islambildern der Neuen Rechten. Im Ça ira Verlag erschien sein Buch Georg Elser in Deutschland, das inzwischen in zweiter Auflage vorliegt.

 

Meeting Memories

Im April beginnt das internationale Projekt Meeting Memories gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen Documenta – Center for dealing with the past in Kroatien, der Gedenkstätte Jasenovac in Kroatien, der Universität von Udine in Italien, dem Center for Public History aus Serbien, der Socialna Akademija aus Slowenien und dem Center for Informative decontamination of youth in Bosnien und Herzegowina mit einem Foto-Workshop.

Meeting Memories – Infopack and Call (updated)

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen unter geier@mmsz-dachau.de

 

Zusammenarbeit Bertolt Brecht Schule Darmstadt

Seit mehreren Jahren kommen Schüler*innen der Bertolt Brecht Schule in Darmstadt gemeinsam mit den Lehrer*innen Bernhard Schütz und Kirsti Ohr im Rahmen ihrer Rechercheprojekte ins Max Mannheimer Studienzentrum. Ausgehend von Dokumenten der NS-Verfolgung von Menschen aus Darmstadt, viele von ihnen waren u.a. im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, setzen sich die Schüler*innen in einem zweitägigen Seminar mit Verfolgung, KZ-Haft und der Geschichte des Konzentrationslagers auseinander.
Die sehr gute Kooperation mit den Kolleg*innen an der Bertolt Brecht Schule und bei den Arolsen Archives ermöglicht einen Rahmen für intensive Auseinandersetzung und die inhaltliche Einbettung der Seminare in die längerfristige Projektarbeit.

Ergebnisse der aktuellen Projekte der Darmstädter Geschichtswerkstatt e.V. und der BrechtGeschichtswerkstatt finden Sie auf dieser Website: http://recherche.video

Online Infoveranstaltung „Bringing history to life“

Wir möchten ganz herzlich zur Infoveranstaltung für das internationale Projekt mit dem Titel Bringing history to life? The role of time-witnesses and material objects in history education in Europe einladen!

InfoSession 18_Nov Announcment

Das Projekt richtet sich an Multiplikator*innen der historisch-politischen Bildungs- und Erinnerungsarbeit, Lehrkräfte, Mitarbeiter*innen der Jugendarbeit, Mitarbeiter*innen von Museen und Gedenkstätten, sowie alle Interessierten. Zusammen mit unseren Partnerorganisation

Centre de la mémoire Oradour-sur-Glane
ALTEA Limoges
Jasenovac Memorial Site
Croatian History Teachers Association
History Museum Bosnia and Herzegovina

infomieren wir über den Seminarzyklus, der Besuche aller beteiligten Institutionen vorsieht, die Themen und über die Anmeldemodalitäten. Die Teilnahme an der Infoveranstaltung ist unverbindlich und kostenlos.

Wann: Mittwoch, 18.11.2020 um 16.30 Uhr
Wo: Online
Weitere Infos finden Sie im beigefügten Dokument.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Antisemitismus im Netz

Aktiv gegen Antisemitismus – Fortbildungsreihe für Jugendleiter*innen, Pädagog*innen und alle Interessierten

 

Antisemitische Karikaturen auf Online-Zeitungsseiten, den Nationalsozialismus verherrlichende Memes in Chatgruppen, israelfeindliche Kommentare auf Facebook – Antisemitismus begegnet uns alltäglich und vor allem auch im Netz. Wie erkennen wir Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Formen im Internet? Wie können wir damit umgehen, wenn Jugendliche vermeintlich lustige Bilder verschicken? Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns gemeinsam in dem Workshop beschäftigen und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten.

Referent*innen:
Aytekin Celik, Bildungsreferent bei Stadtjugendring Stuttgart e.V., freier Referent für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und der Aktion Jugendschutz für Medienpädagogik und Digitale Medien

Friederike Hartl, Bildungsreferentin für politisch-historische Jugendbildung und Arbeit gegen Rechts beim Stadtjugendring Stuttgart e.V.

Anmeldung mit Nennung der Veranstaltung an steinbauer@kjr-dachau.de

Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 Personen beschränkt.

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen

Antisemitismus und Jugendarbeit

Aktiv gegen Antisemitismus – Fortbildungsreihe für Jugendleiter*innen, Pädagog*innen und alle Interessierten

Bei Begriffen wie Rassismus und Antisemitismus denken die meisten erst einmal an körperliche Gewalt oder sogar Anschläge, aber auch an Schimpfwörter und Beleidigungen. Im Workshop tauschen sich die Teilnehmer*innen darüber aus, ob und wie sie Antisemitismus im Arbeitsalltag erleben, wo sie ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten sehen und Grenzen erkennen. Dabei werden Sprüche und Verhaltensweisen von Jugendlichen Thema, aber auch verbreitete Denkmuster und Einstellungen, die auf den ersten Blick nichts mit Antisemitismus zu tun zu haben scheinen. Ebenso geht es um die Frage, warum man Rassismus und Antisemitismus zwar voneinander unterscheiden, aber auch immer zusammen denken muss. DieTeilnehmer*innen erhalten Anregungen und Tipps dafür, wie sie ihre eigene Haltung stärken, präventiv arbeiten und handlungssicher intervenieren können.

Referentin: Dr. Rosa Fava, »ju:an« Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit

Anmeldung mit Nennung der Veranstaltung an steinbauer@kjr-dachau.de

Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 Personen beschränkt.

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen

Antisemitismus nach 1945

Aktiv gegen Antisemitismus – Fortbildungsreihe für Jugendleiter*innen, Pädagog*innen und alle Interessierten

Antisemitismus ist mehr als ein Vorurteil, sondern eine Ressentimentstruktur, eine emotional motivierte Art und Weise, auf sich selbst und auf die Welt zu schauen. Die Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden dient der Verminderung von Komplexität. Es wird nach Schuldigen gesucht, die vermeintlich für das Leid in der Moderne verantwortlich zu machen seien. Dabei tritt Antisemitismus nach 1945 seltener verdeckt auf als chiffriert. Das Ressentiment artikuliert sich über Umwege, weshalb es in pädagogischen Kontexten zunehmend wichtig wird, über zeitgenössische Ausdrucksformen Bescheid zu wissen und ihnen adäquat begegnen zu können. Je dichter die antisemitische Ideologie sich einmal festgesetzt hat, umso schwieriger wird es für die politische Bildungsarbeit durchzudringen. Der Austausch rationaler Argumente stößt an seine Grenzen, wo Leidenschaften und Affekte überwiegen, so dass Strategien gefunden werden müssen, diese Gefühlswelten zu irritieren. Im Workshop wollen wir über Geschichte und Gegenwart von Antisemitismus sprechen sowie bildungspraktische Methoden erproben.

Referent: Tom Uhlig, Bildungsstätte Anne Frank, Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen

Anmeldung mit Nennung der Veranstaltung an steinbauer@kjr-dachau.de

Die Teilnehmendenzahl ist auf 20 Personen beschränkt.

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen