by Sylvia Wüllner | Sep. 23, 2026 | Berichte, Neuigkeiten
Anlässlich des 10. Todestages von Max Mannheimer zieht ein neues künstlerisches Erinnerungszeichen in das Max Mannheimer Haus ein. Die Künstlerin Greta von Richthofen hat ein dreiteiliges Triptychon geschaffen, das sich mit der Lebensgeschichte und dem Vermächtnis des Holocaust-Überlebenden auseinandersetzt.
„Die Arbeit an dem Triptychon war sehr emotional. Ich konnte Max Mannheimer selbst nie treffen, aber ich habe seine Familie und enge Vertraute kennengelernt. Beim Malen habe ich daran gedacht, wie er das Bild wohl finden würde und hoffe sehr, dass es ihm gefallen hätte. Er ist in leuchtenden Farben und in Bewegung in verschiedenen Abschnitten seines Lebens dargestellt. Die Portraits sind ernst, aber auch seine Offenheit und sein Humor sind darin zu erkennen. Mit dem Triptychon hoffe ich, Neugierde auf sein Leben zu wecken und zum Weiterdenken anzuregen.“
Die Wahl der Darstellung als Triptychon ist kein Zufall. Seine Autobiografie nannte Max Mannheimer „Drei Leben“ und ähnlich wie im Buch nimmt auch das Triptychon Bezug auf drei prägende Abschnitte seines Lebens:
Geboren 1920 im mährischen Neutitschein (heute Nový Jičín), wuchs Max Mannheimer in einer jüdischen Kaufmannsfamilie auf, bevor die systematische Verfolgung durch das NS-Regime seine Heimat erreichte.
1943 wurde er nach Auschwitz deportiert. Seine Eltern, drei seiner Geschwister und seine erste Ehefrau wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Er selbst überlebte den Terror unter anderem in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz, Warschau und Dachau.
Nach der Befreiung 1945 und jahrelangem Schweigen entschied sich Max Mannheimer, seine Stimme zu erheben. Als einer der bedeutendsten Zeitzeugen berichtete er seit den 1980er Jahren in Schulen und Gedenkstätten unermüdlich von seinen Erlebnissen und kämpfte bis zu seinem Tod im Jahr 2016 für Demokratie und Menschlichkeit.
Das Werk schlägt auch eine Brücke zu Max Mannheimer persönlich. Als Künstler malte er unter dem Namen ben jakov – Sohn des Jakobs, in Erinnerung an seinen Vater, und verarbeitete darin seine Erinnerungen und Erfahrungen. Einige seiner Bilder sind in einer Ausstellung im Max Mannheimer Haus zu sehen.
Seine Geschichte und seine Botschaft sind heute aktueller denn je. Mit unserer Arbeit möchten wir dazu beitragen, dass sein Vermächtnis auch für künftige Generationen weiterwirkt.

by Sylvia Wüllner | Aug. 10, 2026 | Berichte, Fortbildung
Kurzbeschreibung der Plattform
SHOAH STORIES ist eine digitale Bildungsplattform, die die Geschichte des Holocaust mithilfe kurzer, plattformgerechter Videos vermittelt – unter anderem im Stil von TikTok und Instagram Reels. Die Videos stammen von über 30 internationalen Gedenkstätten und Museen und werden durch pädagogisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien ergänzt.
Ziel der Plattform ist es, die Erinnerung an die Shoah im digitalen Raum zeitgemäß und didaktisch fundiert zu vermitteln sowie Lehrkräfte beim Einsatz digitaler Formate im Unterricht zu unterstützen. Die Inhalte stehen mehrsprachig zur Verfügung und fördern historisches Lernen, Medienkompetenz sowie kritische Reflexion.
Die Plattform ist abrufbar unter: www.shoahstories.video
Online-Fortbildungen für Lehrkräfte
In Kooperation mit den Landesinstituten bietet SHOAH STORIES 90-minütige Online-Einführungen für Lehrkräfte an. Die Fortbildungen stellen die Plattform praxisnah vor und zeigen konkrete Einsatzmöglichkeiten im Unterricht auf.
Die nächsten deutschsprachigen Online-Fortbildungen finden an folgenden Terminen statt:
- 22.09.2026
- 20.10.2026
- 24.11.2026
- 15.12.2026
Anmeldungen bitte an: info@shoahstories.video
Schwerpunkte der Fortbildung
- Einbindung der Plattform in den Geschichts- und Politikunterricht
- Förderung von Medien- und Quellenkompetenz
- Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen
- Didaktisch reflektierter Einsatz kurzer digitaler Videoformate
Die Teilnehmenden erhalten ergänzende Unterrichtsmaterialien für den direkten Einsatz im Unterricht. Diese sind zusätzlich über die Bildungsmediatheken MUNDO/SODIX verfügbar.
Ziel der Fortbildung
Die Fortbildungen unterstützen Lehrkräfte dabei, digitale Erinnerungskultur sinnvoll in den Unterricht zu integrieren und Schülerinnen und Schüler zu einer kritischen und reflektierten Auseinandersetzung mit der Geschichte des Holocaust anzuleiten.
by Sylvia Wüllner | Juli 20, 2026 | Berichte
In Kooperation mit dem Max Mannheimer Studienzentrum beschäftigte sich das P-Seminar Geschichte des Gymnasiums Ottobrunn im Schuljahr 2025/26 mit der Geschichte der Heeresmunitionsanstalt Hohenbrunn.
Die ab 1938 errichtete Munitionsanstalt befand sich nur wenige Kilometer vom Gymnasium entfernt. Auf dem rund 180 Hektar großen Gelände produzierten mehrere Tausend Menschen Munition für die Wehrmacht. Die Mehrheit der Beschäftigten waren Zwangsarbeiter:innen aus verschiedenen europäischen Ländern.
Mithilfe von Unterlagen aus den Arolsen Archives recherchierten die Schüler die Lebensgeschichten ehemaliger Zwangsarbeiter:innen sowie die Schicksale ihrer Familien.
Während zweier Studientage am Max Mannheimer Studienzentrum erhielten sie zunächst eine ausführliche Einführung in die Arbeit mit historischen Quellen. Darüber hinaus lernten sie die Grundlagen des Storytellings kennen und bekamen praktische Tipps zur Produktion kurzer, informativer Videoclips.
Im Anschluss entwickelten und produzierten die Jugendlichen ihre Beiträge eigenverantwortlich. Entstanden sind kurze Videos, die die Geschichte der Heeresmunitionsanstalt Hohenbrunn und die Schicksale der dort eingesetzten Zwangsarbeiter:innen sichtbar machen.
Die Ergebnisse des Projekts sind auf der Website www.muna-hohenbrunn.de zu sehen.
Es ist bereits das zweite P-Seminar Geschichte, dass gemeinsam mit dem Gymnasium Ottobrunn stattgefunden hat. Bereits im Schuljahr 2023/24 gab es eine Kooperation zum Thema „KZ-Außenlager Ottobrunn“, bei dem auch Kurzvideos zum Thema entstanden sind.
by Sylvia Wüllner | Juli 14, 2026 | Berichte
Das Thema des diesjährigen Dachauer Symposiums zur Zeitgeschichte lautet: „Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten von 1945 bis heute – Ästhetik, Ikonografien, Funktionen, Kontroversen“. Die wissenschaftliche Leitung wurde von Verena Krieger übernommen. Sie ist Professorin für Kunstgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Projektleitung liegt bei Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz Bauer Instituts und Professorin für Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Es laden ein die Stadt Dachau und das Max Mannheimer Studienzentrum.
Anmeldungen und weitere Informationen unter bildung@mmsz-dachau.de
Programm:
Freitag, 16. Oktober 2026
13:00 Uhr Begrüßung
Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau
Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums, Dachau
Sybille Steinbacher, Projektleiterin der Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte
13:15 Uhr Einführung
Verena Krieger (Jena): Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten – ästhetisch-politische Problemstellungen und Konfliktlinien
13:45 Uhr Im Kalten Krieg
Sarah Grandke (Heidelberg): Vom heute vergessenen Kalten Krieg in Flossenbürg: Die nationalen Buntglasfenster in der Kapelle „Jesus im Kerker“ (1947–1955)
Daniel Schuch (Jena): Verteidigung der Schlichtheit: Ein verhindertes Denkmal in Bergen-Belsen und die Gestaltung des Gedenkorts im Kalten Krieg
Ulrike Löffler (Dresden): Gedenken und Streiten. Erinnerungszeichen und Denkmalsdebatten in der bundesdeutschen Gedenkstättenarbeit der 1980er Jahre
16:00 Uhr Kaffeepause
16:15 Uhr Transformationen vor/nach 1990
Lea Furbach (Kassel): Zwischen Tatort, Staatsnarrativ und dem Danach: Die Gedenkstätte von Jasenovac als Grenzobjekt der Erinnerung
Aliena Stürzer (Ravensbrück): Verdichtete Erinnerung. Kunst, Nation und Geschlecht in den Ländergedenkräumen im ehemaligen Zellenbau Ravensbrück (1959 – 1984 – heute)
Victoria Witt (Köln): Monumentalisierte Leerstelle. Zur Ästhetik des Gedenkens in der Risiera di San Sabba
18 :30 Uhr Abendessen
Samstag, 17. Oktober 2026
8:30 Uhr Häftlings-Ikonografien
Mareike Otters (Sachsenhausen): Antifaschistische Helden in Glas, Stein und Bronze. Visuelle Politiken zum KZ-Häftling in den Kunstwerken der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen
Ella Falldorf (Jena)/Kobi Kabalek (Pennsylvania): Haut und Knochen: Zur visuellen Repräsentation von Häftlings-Körpern in KZ-Gedenkstätten
10:00 Uhr Kaffeepause
10:15 Uhr Aktuelle Herausforderungen
Alexandra Köhring/Franciska Thiele (Neuengamme): Beyond Borders? Künstlerische Gedenkzeichen und transnationales Gedenken in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Dirk Riedel (Dachau): Das „Internationale Mahnmal“ in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Rezeptionsgeschichte und Umgang mit dem Erinnerungszeichen
Christian Fuhrmeister (München): Probleme des Kuratierens von Erinnerungszeichen am Beispiel Dachau
12:30 Uhr Tagungsende mit dem Mittagessen
by Sylvia Wüllner | Juli 14, 2026
Seit ihrer Befreiung 1945 wurden in zahlreichen ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern künstlerisch gestaltete Erinnerungszeichen geschaffen. Ehemalige Häftlinge waren die ersten, die Sammlungen von in den Lagern entstandenen künstlerischen Artefakten angelegten und provisorische Denkmale errichteten, noch bevor die ersten Gedenkstätten entstanden. Stand am Beginn die Notwendigkeit, das Totengedenken durch eine würdige Gestaltung der Massengräber und die Schaffung von (jüdischen und christlichen) Grabdenkmalen zu ermöglichen, so stellte sich bald auch die Frage nach Formen und Sinngebung von an die Lebenden gerichteten Denkmalen. Heute existiert auf den ehemaligen Lagergeländen bzw. in den Gedenkstätten eine große Anzahl von skulpuralen bzw. architektonischen, teils monumentalen Erinnerungszeichen. Neben Denkmalen im engeren Sinne gehören dazu auch zahlreiche Kunstwerke und Installationen im Innenraum, persönliche Gedenktafeln, ephemere Interventionen wie künstlerische Workshops etc. In vielen Fällen war ihre Entstehung von heftigen Kontroversen über ästhetische und politische Fragen begleitet. Das Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte hält mit Beiträgen aus Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Gedenkstättenpädagogik kritische Rückschau auf die 80-jährige Geschichte der Setzung von und des Umgangs mit künstlerisch gestalteten Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten.
Samstag, 17. Oktober 2026
8:30 Uhr Häftlings-Ikonografien
Mareike Otters (Sachsenhausen): Antifaschistische Helden in Glas, Stein und Bronze. Visuelle Politiken zum KZ-Häftling in den Kunstwerken der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen
Ella Falldorf (Jena)/Kobi Kabalek (Pennsylvania): Haut und Knochen: Zur visuellen Repräsentation von Häftlings-Körpern in KZ-Gedenkstätten
10:00 Uhr Kaffeepause
10:15 Uhr Aktuelle Herausforderungen
Alexandra Köhring/Franciska Thiele (Neuengamme): Beyond Borders? Künstlerische Gedenkzeichen und transnationales Gedenken in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Dirk Riedel (Dachau): Das „Internationale Mahnmal“ in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Rezeptionsgeschichte und Umgang mit dem Erinnerungszeichen
Christian Fuhrmeister (München): Probleme des Kuratierens von Erinnerungszeichen am Beispiel Dachau
12:30 Uhr Tagungsende mit dem Mittagessen
by Sylvia Wüllner | Juli 14, 2026
Seit ihrer Befreiung 1945 wurden in zahlreichen ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern künstlerisch gestaltete Erinnerungszeichen geschaffen. Ehemalige Häftlinge waren die ersten, die Sammlungen von in den Lagern entstandenen künstlerischen Artefakten angelegten und provisorische Denkmale errichteten, noch bevor die ersten Gedenkstätten entstanden. Stand am Beginn die Notwendigkeit, das Totengedenken durch eine würdige Gestaltung der Massengräber und die Schaffung von (jüdischen und christlichen) Grabdenkmalen zu ermöglichen, so stellte sich bald auch die Frage nach Formen und Sinngebung von an die Lebenden gerichteten Denkmalen. Heute existiert auf den ehemaligen Lagergeländen bzw. in den Gedenkstätten eine große Anzahl von skulpuralen bzw. architektonischen, teils monumentalen Erinnerungszeichen. Neben Denkmalen im engeren Sinne gehören dazu auch zahlreiche Kunstwerke und Installationen im Innenraum, persönliche Gedenktafeln, ephemere Interventionen wie künstlerische Workshops etc. In vielen Fällen war ihre Entstehung von heftigen Kontroversen über ästhetische und politische Fragen begleitet. Das Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte hält mit Beiträgen aus Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Gedenkstättenpädagogik kritische Rückschau auf die 80-jährige Geschichte der Setzung von und des Umgangs mit künstlerisch gestalteten Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten.
Freitag, 16. Oktober 2026
13:00 Uhr Begrüßung
Florian Hartmann, Oberbürgermeister der Stadt Dachau
Felizitas Raith, Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrums, Dachau
Sybille Steinbacher, Projektleiterin der Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte
13:15 Uhr Einführung
Verena Krieger (Jena): Künstlerische Erinnerungszeichen in KZ-Gedenkstätten – ästhetisch-politische Problemstellungen und Konfliktlinien
13:45 Uhr Im Kalten Krieg
Sarah Grandke (Heidelberg): Vom heute vergessenen Kalten Krieg in Flossenbürg: Die nationalen Buntglasfenster in der Kapelle „Jesus im Kerker“ (1947–1955)
Daniel Schuch (Jena): Verteidigung der Schlichtheit: Ein verhindertes Denkmal in Bergen-Belsen und die Gestaltung des Gedenkorts im Kalten Krieg
Ulrike Löffler (Dresden): Gedenken und Streiten. Erinnerungszeichen und Denkmalsdebatten in der bundesdeutschen Gedenkstättenarbeit der 1980er Jahre
16:00 Uhr Kaffeepause
16:15 Uhr Transformationen vor/nach 1990
Lea Furbach (Kassel): Zwischen Tatort, Staatsnarrativ und dem Danach: Die Gedenkstätte von Jasenovac als Grenzobjekt der Erinnerung
Aliena Stürzer (Ravensbrück): Verdichtete Erinnerung. Kunst, Nation und Geschlecht in den Ländergedenkräumen im ehemaligen Zellenbau Ravensbrück (1959 – 1984 – heute)
Victoria Witt (Köln): Monumentalisierte Leerstelle. Zur Ästhetik des Gedenkens in der Risiera di San Sabba
18:30 Uhr Abendessen
by Sylvia Wüllner | Juni 29, 2026 | Neuigkeiten
Die Stiftung Max Mannheimer Haus Dachau sucht für das Max Mannheimer Studienzentrum in Dachau zum nächstmöglichen Zeitpunkt mehrere Referent:innen für die Bildungs- und Erinnerungsarbeit in Teilzeit (bis zu 10,03 Wochenstunden, Arbeit auf Abruf).
Wir bitten Sie, Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen per E Mail in einer Datei bis zum 08.07.2026 an die Geschäftsführung des Max Mannheimer Studienzentrums, Thomas Rudner, mmsz-bewerbung@bjr.de zu richten.
Nähere Informationen gibt es hier: Stellenausschreibung_Referent_innen Bildungs- und Erinnerungsarbeit 2026
by Sylvia Wüllner | Apr. 1, 2026 | Neuigkeiten
80 Jahre nach der Shoah steigen die gemeldeten Fälle von Antisemitismus seit dem 07. Oktober 2023 massiv an. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Antisemitismus ist damit neben der historischen Verantwortung notwendiger denn je. Auch die Nachfrage von Schulen nach Bildungsangeboten und -materialien zu diesem Thema steigt. Zukünftig wird das MMSZ diese Nachfrage auch durch ein digitales Bildungsformat bedienen können:
Mit dem 26. März 2026, geht unsere neue digitale Lernplattform „Memory Momentum“ online. Sie schlägt die Brücke zwischen historischem Gedenken und der Analyse aktueller antisemitischer Kontinuitäten.
Warum „Memory Momentum“? Die Herausforderung heute
Trotz eines grundsätzlichen Interesses junger Menschen an der NS-Geschichte – wie auch die Memo Jugendstudie 2023 bestätigt – beobachten wir eine besorgniserregende Entwicklung: Forderungen nach einem „Schlussstrich“ nehmen zu, das Bewusstsein für die Relevanz der Erinnerungskultur schwindet. Oft fehlt der Konnex zwischen der historischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und dem Erleben von aktuellem Antisemitismus im Alltag oder im digitalen Raum.
Genau hier setzt Memory Momentum an. Wir wollen junge Menschen dort abholen, wo sie sich informieren: im Internet. Unser Ziel ist es, Wissen nicht nur rein kognitiv zu vermitteln, sondern durch empathische Zugänge und die Reflexion eigener Vorurteile eine echte Sensibilisierung zu erreichen.
Ein modularer Ansatz für die Bildungsarbeit
Die Plattform ist als virtueller, multimodularer Lernort konzipiert, der flexibel in die schulische und außerschulische Bildungsarbeit integriert werden kann.
- Hybrid & Flexibel: „Memory Momentum“ kann modular im schulischen Unterricht eingesetzt werden oder als Teil von hybriden Workshops bei uns im Haus gebucht werden.
- Methodenvielfalt: Wir setzen auf einen Mix aus Quellenarbeit, der Analyse versteckter Codes und dem Sichtbarmachen von Stimmen Betroffener und Allys.
- Stärkung der Handlungskompetenz: Jugendliche und Multiplikator:innen werden befähigt, Antisemitismus – insbesondere in codierter Form – zu erkennen und ihm aktiv entgegenzutreten.
Das erste Modul: „Q&A – Quellen und Archiv“
Das erste Projektjahr stand ganz im Zeichen der Quellenarbeit zu historischen und aktuellen Fällen von Antisemitismus. Im nun veröffentlichten Modul haben wir diverse Fallbeispiele herausgearbeitet, anhand derer (Alltags-)Antisemitismus in Deutschland analysiert und eingeordnet werden kann. Teilnehmende lernen, wie sich antisemitische Narrative über Jahrzehnte hinweg gehalten und in Teilen transformiert haben und wo sie heute – oft versteckt – wieder auftauchen. Die Plattform wächst stetig weiter. Das Modul Q&A wird nach dem Launch laufend mit weiteren Materialien, die zukünftig auch interaktiv bearbeitbar sein werden, gefüllt.
Ausblick: Jüdische Stimmen zu Geschichte und Gegenwart
Parallel dazu starten wir mit der Arbeit am zweiten Modul: Interviews mit Mitgliedern jüdischer Gemeinden in Deutschland. Hierbei steht die Vielfalt jüdischen Lebens in der Gegenwart im Fokus, um Berührungsängste abzubauen und Antisemitismus nicht nur als abstraktes Konstrukt, sondern in seinen realen Auswirkungen auf Menschen begreifbar zu machen.
Dank an unsere Partner:innen
Ein solches Projekt ist eine Gemeinschaftsleistung. Unser Dank gilt dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ für die Förderung. Ebenso danken wir den Kolleginnen am MMSZ für ihre fachliche Begleitung, Susanne Asenkerschbaumer für das Design der Homepage, den Teamer:innen für die Testungen der Materialien sowie mediale pfade für die digitale Umsetzung.

by Sylvia Wüllner | März 24, 2026 | Berichte
Call for Applications: Im Oktober 2026 findet zum zweiten Mal die Dachau Autumn School statt. Vom 5. bis 9. Oktober 2026 bieten die KZ-Gedenkstätte Dachau und das Max Mannheimer Studienzentrum (MMSZ) jungen Erwachsenen bis 27 Jahren die Möglichkeit, sich intensiv mit der Geschichte des Ortes von 1933 bis heute auseinanderzusetzen. Mehr als 200.000 Gefangene aus über 40 Nationen waren im KZ Dachau und seinen Außenlagern inhaftiert, mindestens 41.500 Menschen starben dort an Hunger, Krankheiten, Folter, Mord und anderen Folgen der KZ-Haft. Ziel der Arbeit rund um die KZ-Gedenkstätte Dachau ist es, an das Leiden und Sterben der Häftlinge zu erinnern und durch das Forschen und Vermitteln eine Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen zu fördern.
Die Teilnehmenden der Dachau Autumn School treten während der Seminartage in Dachau in einen engen Austausch mit Mitarbeitenden aus Sammlung, Archiv und Bildung und lernen verschiedene Arbeitsbereiche der KZ-Gedenkstätte Dachau und des Max Mannheimer Studienzentrums kennen. Der thematische Schwerpunkt liegt im Jahr 2026 auf der Arbeit mit Biografien. Im Fokus stehen die Lebensgeschichten und Selbstzeugnisse von ehemaligen Häftlingen des KZ Dachau und seiner Außenlager und der Umgang mit diesen in wissenschaftlicher Auseinandersetzung und Bildungsarbeit. Die kontextualisierende Arbeit mit analogen und digitalen Zeitzeugnissen, Serious Games oder Graphic Novels sind nur einige Beispiele für biografische Zugänge in der Forschungs- und Bildungsarbeit der KZ-Gedenkstätte Dachau und des Max Mannheimer Studienzentrums, über die gemeinsam diskutiert werden soll. Besprochen werden auch die Chancen und Herausforderungen bei der Arbeit mit Biografien u.a. in Hinblick auf die Diversität der Häftlingsgesellschaft.
Die Kosten für Programm, Unterkunft und Verpflegung werden von den Veranstaltern übernommen. Die Kosten für die An- und Abreise müssen von den Teilnehmenden selbst getragen werden. Tagungsorte sind das Max Mannheimer Haus Dachau sowie die KZ-Gedenkstätte Dachau.
Wenn Sie Interesse haben, an der Dachau Autumn School teilzunehmen, melden Sie sich bitte über den folgenden Link an: https://forms.office.com/e/czNCfxK8WY Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2026. Die Zusagen werden bis zum 01. Juli 2026 verschickt. Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an bildung[at]kz-gedenkstaette-dachau.de.
CfA-Dachau-Autumn-School-2026
by Sylvia Wüllner | März 12, 2026
In diesem Workshop erhalten pädagogische Fachkräfte eine Einführung in diversitätssensible Pädagogik und deren Bedeutung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Neben theoretischen Grundlagen zu Diversität, Machtverhältnissen und Diskriminierung stehen praxisnahe Übungen und Selbstreflexion und im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam Ansätze für eine diversitätsorientierte Gestaltung des pädagogischen Alltags und des Lernumfelds sowie für einen professionellen Umgang mit Diskriminierung. Ziel ist es, die eigene Haltung zu stärken und Handlungsmöglichkeiten für einen wertschätzenden und inklusiven Umgang mit Vielfalt zu entwickeln.
Sonja Würschnitzer – Trainerin und Beraterin für Diversitätsorientierte Bildung, Team- und Organisationsentwicklung
mit Via Bayern
Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Ansprechpartner für Rückfragen:
Manuel Liebig, manuel.liebig@kjr-dachau.de, 0176/73235404
Anmeldeschluss: Mi, 07.10.2026 12:00 Uhr unter folgendem Link: Diversitätssensible Pädagogik – Kreisjugendring Dachau
